Vom „Magischen Geheimnis” zum modernen Genuss

Die Geschichte der Herstellung von Spirituosen

Viele Kulturen der Geschichte kannten ihn: den Alkohol. Egal ob Ägypter, Römer oder Griechen-sie alle liebten Alkohol in Form von Wein. Völlig unbekannt waren ihnen hingegen Spirituosen. Zwar kannten bereits die alten Ägypter eine Art Destillationsverfahren – sie benutzten die gewonnenen Extrakte aber hauptsächlich für kosmetische Zwecke. Aristoteles experimentierte ebenfalls bereits mit der Erzeugung von Alkohol.

Alchemistin bei der Verwendung von medizinischem  Alkohol
Eine Alchemistin im Mittelalter

Es waren aber um das Jahr 1000 die Klosterküchen und Apotheken Süditaliens die dem Alkohol zum Durchbruch verhalfen. Hochprozentigem Alkohol  wurde durch die Alchimisten mannigfaltige Kräfte zugeschrieben als sei er der „Stein der Weisen“ er sollte gar zur künstlichen Herstellung von Gold herangezogen werden. Andere Gelehrte schrieben ihm eine umfassende Wirkung für fast alle Krankheiten zu- kurz: Spirituosen galten zu Beginn ihrer Geschichte als magisches Geheimnis.

Magister Salernus lüftete das Geheimnis der Destillation. Im Jahr 1167 gelang Magister Salernus die erste dokumentierte Weindestillation an der abendländischen Hochschule in Salerno. Dieser Durchbruch war ein großer Schritt in der Geschichte der Chemie und gilt auch als „Geburtsstunde“ der Spirituosen. Salernus gelang es, reinen Alkohol als entflammbaren Weingeist (aqua ardens) von den nicht brennbaren Bestandteilen des Weines zu trennen.

Eine Illustration einer alten Destillieranlage aus dem Jahr 1873
Illustration einer alten Destillieranlage für die Spirituosenherstellung, ca. 1870

Das noch recht unvollkommene Destillationsverfahren wurde erst ca. 100 Jahre später durch den Regensburger Bischof Albert Magnus (1193-1290) deutlich verbessert. Er erfand die Brennblase, in der sich nach der Erhitzung des Weins die alkoholischen Dämpfe sammeln. Lange Zeit galt Branntwein ausschließlich als Wundermittel. Erst im 15. Jahrhundert setzte er sich auch als Genussmittel durch. Wo kein Wein angebaut wurde griffen die Menschen auf Früchte, Wurzeln, oder Getreide als Grundstoff für die Destillation zurück.

Was als „magisches Wundermittel begann, erlebt heute eine unvergleichliche Vielfalt: Die Destillationsverfahren haben sich im laufe der Geschichte immer weiter verfeinert, so dass die Liebhaber von feinen Spirituosen heute zwischen vielen Sorten und Marken wählen können – zum Wohl des Magens und als Hochgenuss für den Gaumen.

Eine moderne Destillieranlage für die Herstellung von Spirituosen
Eine moderne Destillieranlage für die Herstellung von Spirituosen

Geschichtlicher Ablauf der Spirituosenherstellung

Der Ursprung des Wortes Alkohol geht auf den aus dem Mittelalter stammenden arabischen Begriff „alkuhl“ zurück und sollte etwas besonders Feines, Reines, ja das beste ausdrücken. Paracelsus übertrug Anfang des 16. Jahrhunderts die Benennung Alkohol auf eine leicht flüchtige Substanz, die sich bei der Destillation von Wein gewinnen ließ.

Die erste schriftliche überlieferte Erwähnung des Weindestillationsverfahrens (Herstellung des Spiritus vini) stammt von dem Arzt Salemus (1130-1167 n.Chr.). Für ihn war destillierter Alkohol, damals auch als Aqua ardens (gebranntes Wasser) bekannt, eine wertvolle Medizin, die u.a. auch als Heilmittel gegen die Pest galt: „Aqua Vitae“ (Wasser des Lebens).

Ab dem 12. Jahrhundert wurde Alkohol auch in der Medizin eingesetzt. Die von Hildegard von Bingen begründete Klostermedizin wusste schon bald um die positiven Eigenschaften, die Alkohol für den Auszug von Kräuterwirkstoffen zur Erstellung von Essenzen hatte.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Alkohol auch verstärkt für Körperpflege und als Grundstoff für Duftwasser gebraucht. Die 1. (Weltmarke) dieser Duftwässer war das Eau de Cologne. Die ersten in größeren Mengen hergestellten Duftwässer wurden nicht nur äußerlich angewendet, sondern auch als hochalkoholisches Tonikum gegen viele Wehwehchen einfach getrunken. Vor jeder Schlacht soll Napoleon Bonaparte einen tiefen Schluck aus dem Fläschchen Kölnisch Wasser genommen haben. Pro Monat, je nach militärischer Lage, soll er es auf 60 Flakons gebracht haben.

Als erstes Rohprodukt wurde Wein zu hochprozentigem Alkohol verarbeitet. Im späten Mittelalter Hatte er den Namen „Brandewyn“, daher der Name „Weinbrannt“ (Weinbrand).

Im Jahr 1507 wurde dann zum ersten Mal Kornbranntwein schriftlich erwähnt. Die erste Kartoffelbrennerei wurde 1750 in der Pfalz errichtet.1810 wurde das Brennen allgemein freigegeben, was vorher nur Rittern erlaubt war. In den Jahren von 1810-1887 entstanden so viele weitere Brennereien. Bereits 1831 gab es in Preußen 17.000 Kartoffelbrennereien.

Obstbrennereien hingegen haben in Süddeutschland eine lange Tradition. Bereits der Bischof von Straßburg, Kardinal Armand Gaston de Rohan, hat im Jahr 1726 sämtlichen Einwohnern und Untertanen das Brennen von Kirschen zum Eigenverbrauch gestattet.

Der preußische Finanzminister Miquel erkannte als erster die Notwendigkeit, die Situation der Landwirtschaft durch Brennereien zu verbessern. Er war letztlich der Begründer des Schlempe-Dünger-Kreislaufes:

„Keine Brennerei-keine Schlempe;

keine Schlempe-kein Vieh;

kein Vieh-kein Dünger;

kein Dünger-kein Roggen und keine Kartoffeln;

und was dann folgt ist die Kiefer.“

In seiner Substanz hat der Satz heute noch Gültigkeit!

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